Suchtprävention

Alkopops

Als Alkopops werden Mischgetränke bezeichnet, die aus hochprozentigem Alkohol und Limonade bestehen. Da die Limonade sehr süss ist, ist der Alkohol kaum zu schmecken. Alkopops sind besonders unter Jugendlichen beliebt, obwohl sie gesetzlich erst ab dem 18. Lebensjahr erlaubt sind.

Jugendliche trinken heutzutage vermehrt grosse Mengen Alkohol. Das Bedürfnis, die Wirkungen des Alkohols einmal zu testen, gehört zu den typischen Verhaltensweisen von Jugendlichen. Alkopops verleiten besonders zum masslosen Trinken, weil der Alkohol aufgrund der süssen Limonade kaum zu schmecken ist. Jungendliche merken oft erst viel zu spät, dass die Auswirkungen des Alkohols grösser sind als vermutet. Viele wissen gar nicht, dass Alkopops hochprozentigen Alkohol enthalten und nehmen dadurch mehr Alkohol zu sich als geplant. Daher ist es besonders wichtig, das eigene Kind über die Gefahren des Alkoholkonsums aufzuklären.

Neben den gesundheitsschädigenden Folgen führt massloser Alkoholkonsum auch zu unerwünschten Handlungen. Es kann zu einer Verschlechterung der Schulleistungen, aggressivem Verhalten, Gefährdung im Strassenverkehr, ungeschütztem Geschlechtsverkehr oder Gewaltanwendung kommen. Helfen Sie Ihrem Kind, einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol zu erlernen. Alkohol ist in unserer Gesellschaft fast allgegenwärtig. Jugendliche sollten deswegen frühzeitig lernen, sich abzugrenzen und "nein" zu sagen. Die Gefahr, alkoholabhängig zu werden, ist bei Jugendlichen sehr viel grösser als bei Erwachsenen, weil sich das jugendliche Gehirn noch entwickelt.

Marketingstrategien

Die Hersteller von Alkopops haben Strategien entwickelt, die auch besonders von Jugendlichen als Anreiz betrachtet werden, Alkopops zu konsumieren. Besonders Mädchen und junge Frauen konsumieren Alkopops, da der Alkoholgeschmack von ihnen als unangenehm empfunden wird. Schon die Form der 0,3-Liter-Flasche ist nicht zufällig.
Sie wurde unter dem Gesichtspunkt entwickelt, dass sie gut in der Hand liegt und somit tanzflächentauglich ist. Geschmacklich wurde darauf gesetzt, dass Alkopops als Durstlöscher genutzt und nicht wegen des Alkohols (der kaum zu schmecken ist) getrunken werden. In der Disco ist es meistens warm, so dass mit den Alkopops grössere Mengen Alkohol getrunken werden, um den Durst zu löschen. Das Imagebewusstsein der Jugendlichen ist ein weiterer wichtiger Faktor, der bei ihnen die Kaufentscheidung beeinflusst.
Jugendliche legen sehr viel Wert auf ihr Image. Alkopops können als Identifikationsmittel dienen, wenn mit ihnen gezeigt werden kann, dass jemand dazugehört. Durch das poppige Design und den süssen Geschmack fühlen sich Jugendliche angesprochen.

Bereits im Jahr 2004 tranken 36 Prozent der 14- bis 17-jährigen mindestens einmal im Monat Alkopops. Der Alkoholgehalt in den Alkopops ist unterschiedlich und liegt zwischen fünf und sechs Prozent. Das entspricht dem Alkoholgehalt eines doppelten Schnapses. Durch den hohen Zuckergehalt der Alkopops gelangt der Alkohol besonders schnell ins Blut, so dass es schnell zu einem Alkoholrausch kommen kann. Neben dem Alkohol sind auch wachmachende und leistungsfördernde Stoffe wie Koffein, Taurin, Inosit und Glucuronolacton in den Alkopops enthalten.

Tipps für Eltern

Sie können Ihr Kind nicht völlig vom Alkohol isolieren, weil er in unserer Gesellschaft fast überall präsent ist. Ein generelles Alkoholverbot ist auch aus dem Grunde nicht sehr sinnvoll, da strenge Verbote oft dazu führen, dass etwas gerade deswegen als reizvoll empfunden wird. Dennoch sollten Sie sich darum bemühen, dass Ihr Kind so spät wie möglich mit dem Alkholkonsum beginnt. Klären Sie Ihr Kind über die Gefahren von Alkopops auf und seien Sie selbst ein gutes Vorbild, indem Sie einen massvollen Umgang mit dem Alkohol vorleben.

Hier einige Tipps:

  • Erstellen Sie statt strenger Verbote gemeinsam mit Ihrem Kind Konsumregeln unter Berücksichtigung des Jugendschutzgesetzes. (Wann, wie oft, wie viel darf getrunken werden?). Auch wenn Ihr Kind ab dem 16. Lebensjahr Bier trinken darf, können sie sich beispielsweise darauf einigen, dass auf der nächsten Party keine drei Flaschen Bier getrunken werden sollten.
  • Machen Sie Ihr Kind auf den hohen Alkoholgehalt in Alkopops aufmerksam.
  • Beauftragen Sie Ihr Kind nicht, alkoholische Getränke für Sie zu kaufen.
  • Achten Sie auf die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes. Alkopops dürfen erst ab dem 18. Lebensjahr gekauft und konsumiert werden. Wenden Sie sich an die Geschäftsleitung, wenn Sie den Verkauf an Minderjährige beobachten.
  • Sprechen Sie offen mit Ihrem Kind und versuchen Sie in ein Gespräch zu kommen, wenn Sie erhöhten Alkoholkonsum bei ihm feststellen.
  • Klären Sie Ihr Kind über die Marketingstrategien der Hersteller von Alkopops auf.

Wenn Sie das Gefühl haben, nicht mehr mit Ihrem Kind über Alkohol und dessen Konsum reden zu können, holen Sie sich professionelle Unterstützung. Hilfe bieten Beratungsstellen wie die Suchtpräventionsstelle Zürcher Unterland.

 

Suchtpräventionsstelle Zürcher Unterland
Europastrasse 11
8152 Glattbrugg

Tel. 044 872 77 33
Fax 044 872 77 37

E-Mail: info@praevention-zu.ch
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